Einstellungen für den Bass

Es empfehlen sich folgende Einstellungen:

EQ:

25 Hz HPF Absenkung => Abschneiden des Low-Ends

50-70 Hz Absenkung => Platz für die Kickdrum

250-500 Hz Absenkung => Mumpf reduzieren

2-5 kHz Bearbeitung => Präsenz

ab 10 kHz mit LPF absenken => Platz für Stimme, Becken etc.

 

Kompressor:

Attack: 0-50ms => kurze Attack Zeiten zur Kontrolle des Basses

Release: 100+ms (Sustain)

Ratio: 3-5:1

Kompression: ca. 6-10 db

 

Effektkette:

  1. Panning: Mitte
  2. Gate
  3.  Amp und Kabinett
    1. SHB-1
    2. NadIR
  4.  Peakkompressor:
    1. Attack: 0 ms
    2. Release: 30ms
    3. Ratio: 3:1
    4. Gain Reduction: 1-2 db bei Peaks
  5. EQ
    1. High Pass Filter: 30Hz
    2. Reduktion für Kick Drum: 60 Hz
    3. Betonung Bassbereich: 110 Hz
    4. Reduktion Mumpf: 200 Hz – 600 Hz
    5. Betonung: 1000 Hz
    6. Präsenz: 2500-4000 Hz
    7. Low Pass: 5000Hz-10000Hz
  6. Kompressor:
    1. Attack: 5-15 ms
    2. Release: 150-200ms
    3. Ratio: 5:1
    4. Gain Reduction: 6-10 db
  7. ggf. zweiter Kompressor oder allgemein Parallelkompression
  8. Limiter um eine relativ konstante Basspräsenz zu erhalten.
  9. Lautstärke in Abhängigkeit der Drums, insbesondere der Bassdrum

Empfehlungen Software:

 

 

Frequenztabelle

0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0
C 16,4 32,7 65,4 130,8 261,6 523,3 1.046,5 2.093,0 4.186,0 8.372,0 16.744,0
Cis 17,3 34,6 69,3 138,6 277,2 554,4 1.108,7 2.217,5 4.434,9 8.869,8 17.739,7
D 18,4 36,7 73,4 146,8 293,7 587,3 1.174,7 2.349,3 4.698,6 9.397,3 18.794,5
Dis 19,4 38,9 77,8 155,6 311,1 622,3 1.244,5 2.489,0 4.978,0 9.956,1 19.912,1
E 20,6 41,2 82,4 164,8 329,6 659,3 1.318,5 2.637,0 5.274,0 10.548,1 21.096,2
F 21,8 43,7 87,3 174,6 349,2 698,5 1.396,9 2.793,8 5.587,7 11.175,3 22.350,6
Fis 23,1 46,2 92,5 185,0 370,0 740,0 1.480,0 2.960,0 5.919,9 11.839,8 23.679,6
G 24,5 49,0 98,0 196,0 392,0 784,0 1.568,0 3.136,0 6.271,9 12.543,9 25.087,7
Gis 26,0 51,9 103,8 207,7 415,3 830,6 1.661,2 3.322,4 6.644,9 13.289,8 26.579,5
A 27,5 55,0 110,0 220,0 440,0 880,0 1.760,0 3.520,0 7.040,0 14.080,0 28.160,0
Ais 29,1 58,3 116,5 233,1 466,2 932,3 1.864,7 3.729,3 7.458,6 14.917,2 29.834,5
H 30,9 61,7 123,5 246,9 493,9 987,8 1.975,5 3.951,1 7.902,1 15.804,3 31.608,5

Haas-Effekt

Der Haas-Effekt läßt sich zu folgenden Erkenntnissen zusammenfassen:

  1. Eine Reflexion eines Schalls wird erst bei einer Verzögerungsdauer von etwa 40-50 ms als eigenständiges Echo wahrgenommen.
  2. Bei einer Verzögerungsdauer von 10-30 ms findet eine Verschmelzung statt.
  3. Das Originalsignal bleibt dabei richtungsbestimmend.
  4. Der Haas-Effekt beeinflusst Lautstärke, Klangfarbe und Räumlichkeit.

Der Haas-Effekt kann angewendet werden, um die Klangfarbe zu modifizieren und um Räumlichkeit zu erzeugen. Vorgehen:

  1. Originalsignal nach links gepant
  2. Kopie des Originalsignals nach recht gepant
  3. Rechtes Singal entweder direkt mit Laufzeitverzögerung versehen oder Delay-Plugin mit 100% Wet verwenden.
  4. Delayzeiten zwischen 5-30 ms ausprobieren.

Residualeffekt

Besteht ein Klang lediglich aus Obertönen ohne Grundton, so nimmt der Zuhörer letzteren trotzdem wahr. Der Residualeffekt beschreibt somit die menschliche Fähigkeit, den physikalisch nicht vorhandenen Grundton aus den verfügbaren Obertönen zu rekonstruieren.

Bei Mixing lassen sich beispielsweise tiefe Töne durch Hinzufügen von Obertönen auch auf solchen Lautsprechern hörbar machen, die diese tiefen Töne pysikalisch gar nicht wiedergeben können.

Fletcher-Munson-Kurven

Die Fletcher-Munson-Kurven stellen dar, dass

  1. eine (frequenzunabhängig) gleiche Lautstärke nicht zur gleichen Lautstärkewahrnehmung über alle Frequenzen führt bzw.
  2. die Lautstärke frequenzabhängig variieren muss, um eine gleiche Lautstärkewahrnehmung zu erzielen und dass
  3. sich diese frequenzabhängigen Lautstärkeunterschiede mit steigendem Lautstärkeniveau reduzieren.

Eine Darstellung der Kurven ist hier zu finden.

Auswirkungen:

  1. Je tiefer die Frequenz ab ca. 1 kHz abwärts desto mehr Lautstärke wird benötigt, um denselben Lautstärkeeindruck erzielen.
  2. Der Bereich 2-5 kHz ist sehr senisitiv und benötigt die geringste Lautstärke für denselben Lautstärkeeindruck.
  3. Ab ca. 6 kHz wird wieder mehr Lautstärke für denselben Lautstärkeeindruck benötigt.
  4. Steigt die Lautstärke, benötigen tiefe und hohe Frequenzen immer weniger zusätzliche Lautstärke für denselben Lautstärkeeindruck.
  5. Ein bestimmter Mix vermittelt einen abhörlautstärkeabhängigen Höreindruck. Je lauter die Abhörlautstärke desto prominenter werden Bass und Höhen wahrgenommen.

Ein zu mischender Song sollte daher bei verschiedenen Lautstärken abgehört werden und ein zum Genre und der üblichen Abhörlautstärke des Konsumenten passendes Lautstärkeprofil gefunden werden.

 

Songtempo und Schlagdauer

Die folgende Tabelle enthält eine Übersicht über die Schlagdauer (in Millisekunden) einer bestimmten Note bei einem bestimmten Songtempo. Die erste Spalte definiert die Beats-Per-Minute. In der ersten Zeile stehen die Notenlängen (z.B. 1/2= Halbenote, 1/8 = Achtelnote).

Aus der Tabelle kann nun direkt abgelesen werden, dass eine Achtelnote bei einem Songtempo von 79 BpM 428,6 ms dauert. Die Tabelle ist u.a. hilfreich bei der Einstellung von Delays, Reverbs oder Kompressoren.

1/1 1/2 1/4 1/8 1/16 1/32 1/64
60 4000,0 2000,0 1000,0 500,0 250,0 125,0 62,5
65 3692,3 1846,2 923,1 461,5 230,8 115,4 57,7
70 3428,6 1714,3 857,1 428,6 214,3 107,1 53,6
75 3200,0 1600,0 800,0 400,0 200,0 100,0 50,0
80 3000,0 1500,0 750,0 375,0 187,5 93,8 46,9
85 2823,5 1411,8 705,9 352,9 176,5 88,2 44,1
90 2666,7 1333,3 666,7 333,3 166,7 83,3 41,7
95 2526,3 1263,2 631,6 315,8 157,9 78,9 39,5
100 2400,0 1200,0 600,0 300,0 150,0 75,0 37,5
105 2285,7 1142,9 571,4 285,7 142,9 71,4 35,7
110 2181,8 1090,9 545,5 272,7 136,4 68,2 34,1
115 2087,0 1043,5 521,7 260,9 130,4 65,2 32,6
120 2000,0 1000,0 500,0 250,0 125,0 62,5 31,3
125 1920,0 960,0 480,0 240,0 120,0 60,0 30,0
1/1 1/2 1/4 1/8 1/16 1/32 1/64
130 1846,2 923,1 461,5 230,8 115,4 57,7 28,8
135 1777,8 888,9 444,4 222,2 111,1 55,6 27,8
140 1714,3 857,1 428,6 214,3 107,1 53,6 26,8
145 1655,2 827,6 413,8 206,9 103,4 51,7 25,9
150 1600,0 800,0 400,0 200,0 100,0 50,0 25,0
155 1548,4 774,2 387,1 193,5 96,8 48,4 24,2
160 1500,0 750,0 375,0 187,5 93,8 46,9 23,4
165 1454,5 727,3 363,6 181,8 90,9 45,5 22,7
170 1411,8 705,9 352,9 176,5 88,2 44,1 22,1
175 1371,4 685,7 342,9 171,4 85,7 42,9 21,4
180 1333,3 666,7 333,3 166,7 83,3 41,7 20,8
185 1297,3 648,6 324,3 162,2 81,1 40,5 20,3
190 1263,2 631,6 315,8 157,9 78,9 39,5 19,7
195 1230,8 615,4 307,7 153,8 76,9 38,5 19,2
200 1200,0 600,0 300,0 150,0 75,0 37,5 18,8

Kompressor: Workflow

  1. Stelle im Audiomaterial mit den stärksten Peaks heraussuchen (Referenz).
  2. Lange Attack- (z.B. 50 ms) und kurze Releasezeiten (z.B. 50 ms) wählen.
  3. Gewünschten Threshold und Ratio so einstellen, dass eine Pegelreduktion von 3-10 db erreicht werden kann.
  4. Attack-Zeit reduzieren bis Verzerrungen auftreten (minimaler Wert).
  5. Attack-Zeit erhöhen bis keine Kompression mehr wahrnehmbar ist (maximaler Wert).
  6. Attack-Zeit so zwischen minimalen und maximalen Wert einstellen, dass der beste Kompromiss zwischen Perkussivität und Kompressionseffektivität erzielt ist.
  7. Release-Zeit aus einem höhrbaren Pumpbereich reduzieren bis kein Pumpen mehr wahrnehmbar ist (maximaler Wert).
  8. Release-Zeit soweit reduzieren bis Verzerrungen im Bassbereich wahrnehmbar sind (minimaler Wert).
  9. Release-Zeit so zwischen minimalen und maximalen Wert einstellen, dass die gewünschte Kompressoreffektivität erzielt wird. Kling- und Ausklingzeiten des Audiomaterials beachten (siehe auch Schlagdauertabelle).
  10. Make-Up-Gain entsprechend der Pegelreduktion einstellen.
  11. Einstellungen über einen größeren Umfang des Audiomaterials, im Mix und im A/B-Vergleich evaluieren, ggf. nachregeln.

Kompressor: Grundlegende Einstellungen

Letzlich hängen die Kompressoreinstellungen sehr vom Ausgangsmaterial und dem gewünschten Ergebnis ab.

Bei der Verwendung von Threshold und Ratio lassen sich grundsätzlich folgende Effekte erzielen.

Hoher Threshold Peaks Limiting
Niedriger Threshold Verdichtung Leveling
Niedrige Ratio Hohe Ratio

 

Bei den Einstellungen der Attack- und Releasezeiten können unter Berücksichtigung

  • der Instrument- bzw. Spieleigenschaften: Lang gespielte Noten können längere Attack- und Releasezeiten vertragen und vice versa.
  • den zu komprimierenden Frequenzen: Tiefe Frequenzen benötigen längere Zeiten als hohe Frequenzen.

folgende Effekte erzielt werden:

  • längere Attackzeit: Künstliche Perkusivität, Musikalität, mehr Druck
  • kürzere Attackzeiten: Kompression, weniger Druck
  • Zu kurze Attackzeiten <5 ms: Verzerrungen
  • Zu lange Attackzeiten >30 ms: Reduzierte Effektivität des Kompressors
  • längere Releasezeiten: Sustain, weniger Bass, dünn
  • kürzere Releasezeiten: Kompression, bassreicher
  • zu kurze Releasezeiten <50 ms: Pumpen, Verzerrungen (beginnend im Bassbereich)
  • zu lange Releasezeiten >300 ms: Reduzierte Effektivität des Kompressors

 

Kompressor: Eingangs-Ausgangspegelgrafik

Grafisch lassen sich die zeitunabhängigen Parameter Threshold, Ratio und Make-up-Gain in der typischen Eingangs-Ausgangspegelgrafik darstellen. In der untenstehenden Grafik beginnt der Kompressor ab der roten Threshold-Linie an zu arbeiten. Er reduziert das Eingangssignal oberhalb des Thresholds um ein bestimmtes Verhältnis, hier im Beispiel etwas über 2:1, erkennbar am Abstand der blauen zu der roten Linie. Sofern der Kompressor aktiv wird, wird das Eingangssignal zunächst komprimiert und leiser. Letzterem kann mit dem Make-Up-Gain entgegengewirkt werden.

Kompressor

Der Make-Up-Gain verstärkt das komprimierte Signal. Dies entspricht einer Parallelverschiebung (gelbe Linie) der komprimierten Kennlinie. Das Signal kann daher durch Kompression und Make-up Gain ohne Clipping lauter gemacht werden.

Kompressor2

Der Kompressor verdichtet das Eingangssignal. Der Pegelunterschied von lauten zu leisen Tönen wird geringer.

Mixing and Mastering